Твърдения и факти

Seit Jahren geistern die abenteuerlichsten Behauptungen über die verschiedenen Aspekte der Windenergie durch die Öffentlichkeit. Manche halten sich mit erstaunlicher Beständigkeit und werden auch von seriösen Medien immer wiederholt. 

Nachfolgend haben wir den Behauptungen aufklärende Fakten z.T. mit Angabe der Quellen gegenüber gestellt.

Viel Spaß beim Lesen!

  • Windenergieanlagen zerschreddern unsere Vögel.

    Kein „Vogelschlag“, kaum Meideverhalten – dies sind zusammengefasst die Ergebnisse langjähriger Studien zum Thema Windenergie und Artenschutz. Zahlreiche Ornithologen untersuchten das Vorkommen von Rast-, Brut- und Zugvögeln in der Nähe von Windenergieanlagen und stellten fest, dass sich nur wenige Arten auf Dauer in ihrem Verhalten beeinflusst zeigten. Der von Windkraftkritikern oftmals ins Feld geführte „Vogelschlag“ konnte vollends zurückgewiesen werden. So waren vereinzelte Häufungen von Todfunden allein bei Standorten auf Bergrücken oder nahe großer Gewässer zu beobachten. Der BUND rechnet bundesweit mit durchschnittlich 0,5 toten Vögeln pro Anlage und Jahr.

    Trotz allem gilt: Der menschliche Eingriff in die Natur führt zwangsläufig zur Störung der Umwelt. Besiedlung, Verkehr, Land- und Forstwirtschaft schränken die Lebensräume der Tiere zunehmend ein. An großflächigen Glasfronten, im Straßenverkehr oder bei menschengemachten Umweltkatastrophen wie Tanker- Havarien verenden jährlich mehrere Millionen Vögel. Auch der wohl größte menschliche Eingriff in die Natur bleibt nicht ohne Auswirkungen auf die Vogelwelt. Die Änderung des Klimas führt schon jetzt zu nachweisbaren Verhaltensänderungen von Zugvögeln. Dies geht aus einer Studie des Instituts für Zoologie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz hervor.

    Etwaige Auswirkungen von Windturbinen auf die Lebensräume und Durchzugsgebiete von Vögeln lassen sich dagegen durch eine sorgsame Standortplanung vermeiden oder wenigstens minimieren. Nahezu jedes Projekt wird heutzutage durch ornithologische Untersuchungen begleitet, in Natur- und Vogelschutzgebieten werden zudem keine Windenergieanlagen aufgestellt. 

    Avian collision risk at an offshore wind farm, Biodiversity, National Environmental Research Institut, Denmark 2005. 
    Vogelschutz und Windenergie, BWE-Hintergrundpapier, Bundesverband WindEnergie, 5/2005.
    The Impact of Offshore Wind Farms on Bird Life in Southern Kalmar Sound - Sweden, Swedish Energy Agency, 2005.
    Auswirkungen der regenerativen Energiegewinnung auf die biologische Vielfalt am Beispiel Vögel. Fakten, Wissenslücken, Anforderung an die Forschung, ornithologische Kriterien zum Ausbau von regenerativen Energiegewinnungsformen, Michael-Otto-Institut im Naturschutzbund Deutschland (Hrsg.), 2004.
    Vögel und Fledermäuse im Konflikt mit der Windenergie Erkenntnisse zur Empfindlichkeit (Bremer Beiträge für Naturkunde und Naturschutz, Heft 7), Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland – BUND (Hrsg.), Bremen 2004.
    Langzeituntersuchung zum Konfliktthema „Windkraft und Vögel“. 3. Zwischenbericht, Arsu GmbH, Oldenburg 2004.
    Regionalplan Oberpfalz-Nord – Ausschusskriterien für Windenergieanlagen im Vorkommensgebiet gefährdeter Großvogelarten. Stellungnahme des Büros für faunistische Fachfragen, Matthias Korn u.a., Linden 2003.
    Windenergie und Vögel – Ausmaß und Bewältigung eines Konfliktes (Tagungsband), Technische Universität Berlin (Hrsg.), Berlin 2002.
    Untersuchungen zum Einfluss der Errichtung und des Betriebs von Windenergieanlagen auf Vögel im Binnenland (Diss.), Frank Bergen, Bochum 2001.
    Vogelschutz und Windenergie – Konflikte, Lösungsmöglichkeiten und Visionen, S. Ihde u.a. (Hrsg.), Osnabrück 1999.

  • Windenergieanlagen schaden unseren Wild- und Nutztieren.

    Nutztiere wie Pferde oder Kühe sind tagtäglich den unterschiedlichsten Reizen ausgesetzt. Sie passen sich neuen Gegebenheiten in der Regel recht schnell an. Verhaltensauffälligkeiten bei den Tieren durch den Betrieb von Windkraftanlagen in der Nähe von Koppeln, Weiden oder Ställen konnten bisher nicht beobachtet werden.

    Bei Wildtieren tritt meist nach kürzester Zeit ein Gewöhnungseffekt ein. Rehe, Füchse und Hasen nehmen die Anlagen nicht als Bedrohung wahr, dementsprechend zeigen sie auch kaum Meideverhalten. Dies haben Umfragen unter deutschen Jägern bestätigt. Größerer Forschungsbedarf besteht noch beim Einfluss von Windenergieanlagen auf Fledermäuse. Die nachtaktiven Tiere scheinen zu bestimmten Zeiten des Jahres in der Nähe von Anlagen zu fliegen. Doch vermehrte Todfunde gab es bisher nur in sehr wenigen Windparks.

    Strittig sind die Auswirkungen von Offshore-Windparks auf Meeressäuger wie Delfine und Schweinswale. Gerade die Errichtung der Parks mit Kabelverlegung und Turmbau wird von einigen Meeresschützern als problematisch für die empfindlichen Tiere eingeschätzt. Der Betrieb der Megawatt-Anlagen bereitet ihnen dagegen wenig Sorgen. Durch den Wegfall der Fischerei könnten hier sogar wertvolle Rückzugsgebiete für die Tiere entstehen. Ungeachtet der ungesicherten Forschungslage finden die vorläufigen Dokumentationsergebnisse der Wanderwege der Meeressäuger bereits heute Berücksichtigung bei der Standortwahl der Offshore-Windparks.

    Relationships between Bats and Wind Turbines in Pennsylvania and West Virginia, Edward B. Arnett, Bat Conservation International Technical Editor and Project Coordinator, June 2005.
    Windenergieanlagen und Pferde. Gutachten, Anja Seddig, Bielefeld 2004.
    Gedanken und Arbeitshypothesen zur Fledermausverträglichkeit von Windenergieanlagen, Friedhelm Hensen, 2004.
    Horns Rev. Annual status report for the environmental monitoring programme (1.1.–31.12.2003), Elsam Engineering A/S (Hrsg.), Fredericia 2004.
    Projekt „Windkraftanlagen“. Raumnutzung ausgewählter heimischer Niederwildarten im Bereich von Windkraftanlagen, Institut für Wildtierforschung an der Tierärztlichen Hochschule Hannover (Hrsg.), Hannover 2001.

  • Windenergieanlagen sind extrem laut und stören die Ruhe der Anwohner.

    Beim Bau von Windenergieanlagen müssen umfassende baurechtliche Vorschriften eingehalten werden. So werden bereits in der Planungsphase die zu erwartenden Schallemissionen überprüft. Grundlage hierfür ist die „Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm“ (TA-Lärm), in der jeweils konkrete Vorgaben für Geräuschpegel festgelegt sind, die in Wohn-, Misch- oder Gewerbegebieten nicht überschritten werden dürfen. Diese Grenzwerte liegen zwischen 35 dB (Wohngebiet) und 45 dB (Mischgebiet). Nach ihnen richtet sich der Abstand zur nächsten Wohnbebauung. Für eine Baugenehmigung ist die Einhaltung dieser Werte durch ein Gutachten nachzuweisen.

    Grundsätzlich produzieren moderne Windturbinen weit weniger Lärm als ihre Vorgänger aus der Pionierzeit der Windenergie; sie sind besser schallgedämmt und besitzen schalltechnisch optimierte Rotorblattformen. In wenigen hundert Metern Entfernung sind sie akustisch kaum noch wahrzunehmen. Zudem überlagern Umgebungsgeräusche – rauschende Bäume und Büsche, Straßenlärm und andere Alltagsgeräusche – die Geräuschentwicklung von Windenergieanlagen erheblich. 

    Umwelt- und Naturverträgliche Windenergienutzung in Deutschland (onshore) – Analyseteil, Deutscher Naturschutzring (DNR), Lehrte 3/2005.
    Windenergieanlagen und Immissionsschutz (Materialien Nr. 63), Landesumweltamt Nordrhein-Westfalen (Hrsg.), Essen 2002.
    Gesetz zur Umsetzung der UVP-Änderungsrichtlinie, der IVU-Richtlinie und weiterer EG-Richtlinien zum Umweltschutz, BGBl. I, Nr. 40 vom 2.8.2001.
    Sechste Allgemeine Verwaltungsvorschrift zum Bundes-Immissionsschutzgesetz (Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm – TA Lärm) vom 26. August 1998, GMBI 1998, S. 503-515
    Technische Richtlinien zur Bestimmung der Leistungskurve, des Schallleistungspegels und der elektrischen Eigenschaften von Windenergieanlagen, Fördergesellschaft Windenergie (Hrsg.), Brunsbüttel 1998

  • Infraschall – vor allem von WEA – macht krank.

    Infraschall (Schall mit sehr niedrigen Frequenzen) ist ein weit verbreitetes Phänomen. Neben natürlichen Quellen wie Gewittern, Windströmungen und Meeresbrandung gibt es auch eine Vielzahl technischer Infraschallquellen wie Heizungs- und Klimaanlagen, Kompressoren und Verkehrsmittel. Langjährige Untersuchungen in den Achtzigerjahren durch das ehemalige Bundesgesundheitsamt haben gezeigt, dass Infraschall unterhalb der Wahrnehmbarkeitsschwelle, also Schall unter 20 Hz und einem Schalldruckpegel von weniger als 130 dB, für den menschlichen Organismus keinerlei negative Auswirkungen hat. Unabhängigen Messungen zufolge erreicht der von Windenergieanlagen erzeugte Infraschall selbst im Nahbereich bei weitem nicht diese Werte und ist somit völlig harmlos.

    Umwelt- und Naturverträgliche Windenergienutzung in Deutschland (onshore) – Analyseteil, Deutscher Naturschutzring (DNR), Lehrte 3/2005.
    Windenergieanlagen und Immissionsschutz (Materialien Nr. 63), Landesumweltamt Nordrhein-Westfalen (Hrsg.), Essen 2002.
    Infraschall von Windenergieanlagen: Realität oder Mythos? in: DEWI Magazin Nr. 20, Februar 2002.
    Messung der Infraschallabstrahlung einer WEA des Typs Vestas – 1,65 MW, ITAP-Institut für technische und angewandte Physik GmbH, Oldenburg 2000.
    Infraschallwirkung auf den Menschen, Institut für Wasser-, Boden- und Lufthygiene des Bundesgesundheitsamtes Berlin, Düsseldorf 1982.

  • Die Windenergie hat in der deutschen Bevölkerung keine Akzeptanz.

    Die große Mehrheit der Bevölkerung steht der Windenergie außerordentlich positiv gegenüber. Repräsentative Umfragen der marktführenden Meinungsforschungsinstitute TNS Infratest, TNS Emnid, Forsa und Allensbach belegen dies. Über 90% der Bundesbürger sprechen sich demnach für der Ausbau und die verstärkte Nutzung der Erneuerbaren Energien aus. Die TNS-Umfrage zeigt, dass 65% mehr Erneuerbare-Energien-Anlagen - vor allem Windkraftanlagen - auch in der eigenen Nachbarschaft begrüßen. Nach der Forsa-Studie stehen 73% der Befragten sogar hinter einem beschleunigten Ausbau von erneuerbaren Energien und Energieeffizienz, wenn dadurch vorübergehend die Strompreise steigen sollten. Erneuerbare Energien haben insgesamt höhere Akzeptanzwerte als alle anderen Formen der Energieerzeugung. 75% der Befragten der TNS-Umfrage geben an, ihren Strom bevorzugt aus Erneuerbaren Energien beziehen zu wollen. Nur rund 12 % sprechen sich für Erdgas, 6% für Atomkraft und 3% für Kohle aus. Die Zustimmung zieht sich durch alle politischen Lager. Laut TNS Infratest befürworten sowohl Anhänger der Grünen (92%) und der SPD (78%) als auch der FDP (70%) und der Union (69%) sowie Die Linke (75%) mehrheitlich die Nutzung Erneuerbarer Energien. 

    Akzeptanzumfrage zu Erneuerbaren Energien, TNS Infratest im Auftrag der Agentur für erneuerbare Energien, Juli 2011.
    Meinungen zur Energiepolitik, forsa-Umfrage im Auftrag von Germanwatch e.V., April 2011. 
    Umfrage zur Solarstrom, TNS Emnid-Umfrage im Auftrag des Bundesverbandes Solarwirtschaft e.V., Februar 2012.

  • Windenergie verjagt Touristen.

    Dass Windenergieanlagen wie alle baulichen Maßnahmen einen Eingriff in die Landschaft darstellen, wird niemand ernsthaft bestreiten. Die Behauptung, sie hätten signifikante Auswirkungen auf den Tourismus, entspricht aber nicht den Tatsachen. Dies haben empirische Untersuchungen von Tourismusforschungsinstituten inzwischen hinreichend bewiesen.

    Windenergieanlagen sind sichtbare Zeichen des Klimaschutzes und des ökologischen Fortschritts. Für einige Gemeinden haben sich hieraus bereits positive „Mitnahme-Effekte“ ergeben: Sie erleben einen erheblichen Imagegewinn, da es die meisten Urlauber befürworten, wenn an ihrem Ferienort aktiver Umweltschutz praktiziert wird. Informationsarbeit über die erneuerbaren Energien, verbunden mit Besichtigungstouren zu Windenergieanlagen, bereichern hier das touristische Angebot und bescheren den interessierten Feriengästen ihr ganz spezielles Winderlebnis. 

    Offshore-Park Nysted ist eine Touristen-Attraktion, in: Ostsee-Zeitung, 11.09.2004.
    Windkraft-Tourismus, in: neue energie, Heft 7/2004.
    Wirkungseffekte von Offshore-Windkraftanlagen in Mecklenburg-Vorpommern auf touristische Nachfrage- und Angebotsstrukturen, Ostseeinstitut für Marketing, Verkehr und Tourismus an der Universität Rostock, Rostock 2003.
    Windkraftanlagen und Tourismus. Bevölkerungsumfrage 2003, Soko-Institut GmbH, Bielefeld 2003.
    Touristische Effekte von On- und Offshore-Windkraftanlagen in Schleswig-Holstein, Institut für Tourismus- und Bäderforschung in Nordeuropa GmbH (N.I.T.), Kiel 2000.

  • Windenergie schadet dem Wirtschaftsstandort Deutschland und gefährdet Arbeitsplätze.

    382.000 Beschäftigte zählt die Branche der erneuerbaren Energien, davon fast 100.000 im Bereich der Windenergie. Damit hat sich die Zahl der Beschäftigten innerhalb der letzten 10 Jahre vervierfacht. Bis 2020 können es sogar 500.000 Jobs bei den Erneuerbaren und rund 110.000 Arbeitsplätze bei der Windkraft sein. Im Zeitalter der Globalisierung erweist sich die Energiewende als Jobmotor, leisten die erneuerbaren Energien eine Wertschöpfung, die vor allem national und regional erfolgreich ist.

    Hersteller, Service-Dienstleister, Planungsbüros, Sachverständige und Gutachter leben von der sauberen Energie. Ebenso die Zulieferfirrmen, zu denen vielfach alt eingesessene Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, der Metallindustrie und der Elektrobranche gehören. Ihre Zentren sind größtenteils in Norddeutschland, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt beheimatet. Hier entstehen sichere Arbeitsplätze und die Wirtschaftskraft der oftmals strukturschwachen Regionen wird nachhaltig gestärkt. Die Exportquote deutscher Windtechnologie beträgt schon heute 60 Prozent, Tendenz steigend. 

    Erneuerbare Energien in Zahlen. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (Hrsg.), www.erneuerbareenergien.de 
    Investitionen für ein klimafreundliches Deutschland. Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Zwischenbericht, Potsdam, Karlsruhe, Mai 2008. 

  • In Deutschland herrscht Wildwuchs von Windenergieanlagen.

    Windenergieanlagen wachsen nicht willkürlich aus dem Boden. Ihre Genehmigung kann von den Kommunen durch die Ausweisung geeigneter Flächen, so genannter Vorrangflächen, gesteuert werden. Zudem existieren reine Ausschlussgebiete – Naturschutzgebiete oder Gebiete von besonderer kultureller und historischer Wertigkeit – in denen keine Anlagen aufgestellt und betrieben werden dürfen.

    Bereits zu Beginn der Planungsphase werden die „Träger öffentlicher Belange“ (Behörden, kommunale Verbände und Vereine) über das Vorhaben informiert. Jedes Projekt durchläuft vor seiner Realisierung ein ordentliches Genehmigungsverfahren, in dem die örtlichen Bedingungen wie Wohnbebauung, Landschaft Tier- und Pflanzenwelt untersucht und berücksichtigt werden. Die Einhaltung gesetzlicher Grenzwerte für zum Beispiel Schallemissionen und Schattenwurf sind ebenfalls fester Bestandteil der Prüfung. Gesetzliche Grundlage des Genehmigungsverfahrens ist das Baugesetzbuch beziehungsweise Bundesimmissionsschutzgesetz sowie das Bundesnaturschutzgesetz und das Gesetz über die Umweltverträglichkeitsprüfung. 

    Änderung der 4. Bundesimissionsschutzverordnung zum 1.7.2005, BWE-Hintergrundpapier, 6/2005.
    Baugesetzbuch (BauGB)
    Bundesemmissionsschutzgesetz (BimSchG)
    Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG)
    Gesetz über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPG)

  • Die Energiebilanz einer Windenergieanlage (WEA) ist extrem schlecht.

    Eine Windenergieanlage erzeugt während ihres Betriebes gut 40 bis 70 Mal so viel Energie wie für ihre Herstellung, Nutzung und Entsorgung eingesetzt wird. Diese energetische Effizienz moderner Windmühlen wurde in den letzten 15 Jahren durch mehrere Studien unabhängiger Forschungsinstitute bestätigt.

    Demnach reichen einer Windturbine an Land zwischen drei Monaten und einem Jahr, um die Energie wieder „zurückzugeben“. Betrachtet man bei der energetischen Amortisation dann noch die Möglichkeiten des Recyclings und schreibt diese der WEA gut, erhöht sich der Erntefaktor auf bis zu 90. Bei einer durchschnittlichen Laufzeit von 20 Jahren eine sehr positive ökologische Bilanz, die konventionelle Kraftwerke durch den betriebsbedingten ständigen Einsatz von fossilen Brennstoffen niemals erreichen können. 

    Lebenszyklusanalyse ausgewählter Stromerzeugungstechniken, Institut für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung, Stuttgart 11/2005, aktualisiert 7/2007.
    Energetische Bewertung von Windkraftanlagen (Diplomarbeit), Fachhochschule Würzburg (Hrsg.), Würzburg 2004.
    Ganzheitliche Energiebilanzen von Windkraftanlagen: Wie sauber sind die weißen Riesen? Ruhr-Universität (Hrsg.), Bochum 2004.
    Erneuerbare Energien – Systemtechnik, Wirtschaftlichkeit, Umweltaspekte, 3. Auflage, M. Kaltschmitt u.a., Berlin 2003.

  • Wind und Sonne gibt es nicht immer.

    Wer auf Erneuerbare Energien setzt, muss keine Angst vor Stromausfällen haben. Die Einspeisung von Windstrom ist berechenbar, da der Netzbetreiber die Strommenge sowie Zeit und Ort der Einspeisung dank meteorologischer Prognosen sehr präzise berechnen kann. Wenn z.B. in Brandenburg Windstille herrscht, wird dieser Leistungsabfall regional, überregional und europaweit über das bestehende Stromnetz ausgeglichen. Umgekehrt werden regionale Überschüsse von Windstrom vom Stromnetz aufgenommen und weitergeleitet. Dezentral und breit gestreute Erneuerbare-Energien-Anlagen können sich gegenseitig stützen und ergänzen. Fehlen Wind und Sonne, können z.B. Wasserkraftanlagen, Biogasanlagen, Holzkraftwerke oder geothermische Kraftwerke zuverlässig rund um die Uhr einspringen.

    Der steigende Anteil der Erneuerbaren Energien am Stromverbrauch erfordert allerdings auch einen begrenzten Ausbau der Stromnetze, um erneuerbaren Strom überregional oder grenzüberschreitend noch besser verteilen zu können. Der volle Durchblick in Sachen Erneuerbare Energien, Agentur für Erneuerbare Energien, www.unendlich-viel-energie.de 

  • Windenergie wird subventioniert.

    Bei der im EEG festgeschriebenen Vergütung von Strom aus erneuerbaren Energien handelt es sich nicht um staatliche Subventionen sondern um eine verursachergerechte Umlage von Mehrkosten auf die Energieverbraucher. Dies hat der Europäische Gerichtshof in seinem Urteil vom 13. März 2001 bestätigt. Es werden keine Mittel aus dem Bundeshaushalt eingesetzt, folglich würde eine Reduzierung der Vergütungssätze auch nicht zum Abbau staatlicher Subventionen oder der Steuerbelastung beitragen.

    Im Gegensatz hierzu wurde die fossil-atomare Energiewirtschaft in den letzten Jahrzehnten hoch subventioniert. Allein die Atomkraft bekam direkte staatliche Beihilfen in Höhe von über 40 Milliarden Euro für den Bau von Forschungsreaktoren. Auch jetzt erhält die Atomindustrie immer noch Unterstützung in Milliardenhöhe in Form von steuerfreien Rückstellungen und Zuschüssen für die Forschung. Ebenso fließen in den Steinkohlebergbau nach wie vor Milliarden an Steuergeldern.

    Einen durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalt kostet die EEG-Umlage dagegen nur etwas mehr als einen Euro im Monat – 15 Euro im Jahr für aktiven Umwelt- und Klimaschutz!  

    Windenergie und Subventionen, BWE-Hintergrundpapier, Bundesverband WindEnergie, Berlin 3/2005.
    Fossil Atomenergie, C. Palme, in: die tageszeitung vom 05.07.2004.

  • Windenergieanlagen verbrauchen bei wenig Wind mehr Strom als sie erzeugen.

    Moderne Windturbinen arbeiten mit mäßigen Drehzahlen und dabei äußerst effektiv. Eine einzige 1,5 Megawatt-Anlage produziert je nach Standort zweieinhalb bis fünf Millionen Kilowattstunden Strom im Jahr. Damit kann sie über 1.000 Vier-Personen-Haushalte versorgen oder in 20 Betriebsjahren umgerechnet circa 90.000 Tonnen Braunkohle ersetzen. Die größten Windturbinen haben mittlerweile Nennleistungen von fünf Megawatt. Sie produzieren jährlich bis zu 17 Millionen Kilowattstunden Strom. Somit kann ein kleiner Windpark bereits eine ganze Kleinstadt mit Strom versorgen. 

    Windenergie 2005, Marktübersicht, BWE-Service GmbH, Osnabrück 2005.
    Nutzung der Windenergie, TÜV-Verlag, Karlsruhe 2000.

  • Eine Windenergieanlage kann nach der Stilllegung nicht sinnvoll entsorgt werden.

    Eine Windkraftanlage mit Getriebe und Stahlrohrturm besteht inklusive Fundament zu 60 Masseprozent aus Stahlbeton und zu 30 Prozent aus Stahl. Einen weiteren nennenswerten Anteil macht mit zwei Prozent glasfaserverstärkter Kunststoff aus. Alle weiteren Materialien haben jeweils weniger als ein Masseprozent (Kupfer, Aluminium, Elektroteile, Betriebsflüssigkeiten).

    Die Rotorblätter (glasfaserverstärkte Kunststoffe) werden geschreddert oder zermahlen. Sie können hiernach als Beimengung bei der Neuherstellung von Rotorblättern eingesetzt oder auch als Füllstoff in bestimmten Kunststoffen verwandt werden. Ist die stoffliche Verwertung auf Grund zu langer Transportwege unwirtschaftlich, werden sie einer thermischen Verwendung zum Beispiel in Verbrennungsanlagen oder Zementfabriken zugeführt.
    Der Beton des Fundamentes und gegebenenfalls des Turmes kann als Zuschlagstoff im Straßenbau Verwendung finden. Elektroschrott kann in Scheideanstalten stofflich verwertet und die metallischen Komponenten in Gießereien eingeschmolzen werden.
    Gerade diese Bestandteile aus dem Maschinenhaus (Aluminium/Blech), der Rotornabe (Stahl/Gusseisen) und dem Generator (Stahl/Kupfer) sind von Wert und das Recycling deshalb wirtschaftlich sinnvoll. Moderne Windenergieanlagen lassen sich zu annähernd 100 Prozent verwerten. 

    Mühlenabbau – für ein 2. Leben oder die Entsorgung? In: Erneuerbare Energien, Heft 6/2004.
    Perspektiven eines Recycling von Windkraftanlagen, in: DEWI Magazin, August 1995.

  • Bei starken Stürmen kippen Windenergieanlagen um.

    Windenergieanlagen sind technische Bauwerke. Sie unterliegen ebenso den Vorschriften für den Bau und einen sicheren Betrieb wie andere technische Bauwerke. Und auch das Unfallrisiko kann nicht kategorisch ausgeschlossen werden. Störanfälle betreffen jedoch nur die nähere Umgebung der Anlage. Hauptrisiko bei dem Betrieb einer modernen Windmühle ist der Umsturz der gesamten Anlage bzw. das Abreißen von Anlagenteilen (insbesondere Rotorblätter). Derartige Schäden treten statistisch betrachtet bei einer Anlage alle 200 bis 500 Betriebsjahre auf. Und auch nur dann besteht ein unmittelbares Risiko für den Menschen, wenn dieser zur selben Zeit unter der Anlage steht.

    Das Abbrennen der WKA durch Blitzeinschlag ist bei neueren Maschinen durch Blitz- und Überspannungsschutz so gut wie ausgeschlossen. Ein besonderes Problem beim Betrieb von WKA in Kälteregionen und im Winter ist die Vereisung der Rotorblätter. Sie führt nicht nur zu einer Minderung der Leistung, sondern bringt auch die Gefahr des Eisabwurfes mit sich. Spezielle Eissensoren und eine Rotorblattheizung können hier Abhilfe schaffen.

    Schließlich sorgt eine automatische, computergesteuerte Betriebsführung für die stetige Überwachung aller Betriebsparameter. Störungen im Betrieb der Anlage werden so schnell festgestellt und behoben. 

    Eiszeit am Standort, H. Seifert, DEWI Magazin, 2/2005.
    Gesamtüberblick über den technologischen Entwicklungsstand und das technische Gefährdungs-potenzial, Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), 3/2003.
    Rotorblätter eiskalt erwischt, H. Seifert, DEWI-Magazin, 2/1996